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13. Oktober 2017
Ausgeglichen

Wie bewusstes Atmen zu Gesundheit beiträgt

„Einmal tief durchatmen“ ist keine Binsenweisheit, sondern eine wirksame Strategie, um unseren Organismus und unsere Zellen optimal zu versorgen. Doch welche Funktion übernimmt die Sauerstoffaufnahme genau im Körper? Und warum ist es für ein gesteigertes Wohlbefinden und erhöhte Lebensenergie notwendig, die automatisch ablaufende Atmung zu beobachten und das Augenmerk auf gesündere Atemtechniken zu legen?

Die Basis aller Lebensprozesse: Atmen

Am Anfang war nicht das Wort, sondern die Atmung. Zumindest bei jedem menschlichen Neugeborenen: Das erste Atmen markiert den Beginn des Lebens als eigenständiges Wesen, das nicht mehr über die Nabelschnur von der Mutter mit Sauerstoff versorgt wird, sondern durch stetiges Atmen seine Lungen füllt. Damit ist das Atmen auch die Basis aller Lebensprozesse: Ohne Nahrung und Wasser ist es möglich, einige Tage oder Wochen zu überleben, die Atmung hingegen lässt sich nur minutenweise aussetzen, ohne den Körper gravierend zu schädigen.

Die Bedeutung des Atmens für den Organismus und der Prozess der Zellatmung

Jedes Lebewesen benötigt Energie: Um die Funktionen des Kreislaufs und der Organe aufrecht zu erhalten, um zu wachsen, sich zu bewegen und fortzupflanzen. Intuitiv denken wir Menschen wohl meist an die Nahrung als Hauptquelle für Energiezufuhr. Wir vergessen dabei häufig, dass der Prozess des lebensnotwendigen Atmens, stetig abläuft, ohne dass wir ihn bewusst steuern müssen. Durch die Sauerstoffaufnahme über die Lungen und den Weitertransport im Blut gelangt der Sauerstoff in die Zellen und dort zu den Mitochondrien, den „Energiekraftwerken“ im Zellinneren. Dort findet die eigentliche Atmung statt: Der Sauerstoff wird umgewandelt, und dadurch wird Energie freigesetzt. Entscheidend für ein gesundes Atmen ist also, dass genug Sauerstoff in der Zelle ankommt, die sonst auf Formen der Energiegewinnung umschalten muss, welche zahlreiche schädliche Abfallprodukte erzeugt.

Atmen als Form der Entgiftung

Eine weitere wichtige Funktion des Atmens ist auch der Abtransport von Kohlendioxid, das durch die Verbrennung des Sauerstoffs im Zellinneren entsteht. In den Lungen erfolgt durch das Atmen ein Gas-Austausch, der das benötigte Gleichgewicht verschiedener Gase im Blut aufrechterhält. Die Sauerstoffaufnahme ist dabei nicht nur entscheidend für die Energiegewinnung selbst, sondern auch für den Abtransport verschiedener Schlacken und Gifte im Körper, die sich sonst in Zellen und Organen ablagern können. Für alle körperlichen Reinigungsprozesse ist die richtige Atemtechnik also eine Voraussetzung.

Wie sich das Atmen auf Emotionen und Psyche auswirkt

Neben der Aufrechterhaltung der körperlichen Gesundheit trägt das Atmen auch grundlegend dazu bei, wie Menschen sich emotional und psychisch fühlen – und bildet andererseits auch ab, wenn Stress und Traumata den Organismus belasten. Denn die Atmung gilt auch als Brücke zwischen dem Unbewussten und dem Bewusstsein: Sie ist die einzige Körperfunktion, die autonom und ohne bewusstes Zutun abläuft, aber jederzeit auch bewusst gesteuert und beeinflusst werden kann. Nicht nur deshalb nimmt das Atmen in den meisten großen Weisheits- und Gesundheitslehren verschiedenster Zeiten und Kulturen eine wichtige Rolle ein. Atemtechniken wie Bauchatmung, Pranayama oder Feueratem, wie unter anderem beim Kundalini Yoga praktiziert, sind in aller Munde – nicht nur, um den Körper gesund und kraftvoll zu halten, sondern auch, um den Geist zu beruhigen und die Emotionen zu balancieren. Auch moderne Ansätze wie die „Mindfulness-based Stress Reduction“ (MBSR) oder die Grinberg-Körpertherapie lenken die Aufmerksamkeit auf das Atmen, um beispielsweise Spannungszustände und das Feststecken in Gedankenkreisen zu lösen. Und nicht zuletzt nutzen zahlreiche Meditationstechniken das bewusste Atmen, um das Körpergewahrsein als Basis für tiefere Erfahrungen zu schulen.

Tiefes Atmen als die richtige Atemtechnik?

Da für die Zellatmung die Versorgung mit ausreichend Sauerstoff enorm wichtig ist, wird immer wieder betont, wie wichtig tiefe Bauchatmung für die Entgiftung und Kräftigung des Organismus ist. Zudem führt das  Ausschöpfen der ganzen Lungenkapazität und das bewusste Atmen zu Beruhigung und Entspannung in Stresssituationen. „Einmal tief durchatmen“ ist also keine Binsenweisheit, sondern eine wirksame Strategie, um gelassener mit Herausforderungen umgehen zu können. Denn sobald sich die Sauerstoffversorgung verringert, schlägt der Kreislauf Alarm: Erhöhte Herzfrequenz, steigender Blutdruck und schnelles, flaches Atmen führen dann dazu, dass Konflikt oder Flucht als einziger Ausweg erscheinen. Doch nicht nur in akuten Belastungssituationen, sondern auch langfristig gesehen kommt es dem Körper zugute, wenn die Zellen nicht „um Luft ringen“ müssen.

Natürlich gesund durch befreite Atmung

Dennoch ist auch die Bauchatmung nicht immer das Allheilmittel – und das Atmen nach Techniken aus dem Yoga oder anderen Schulen sollte nicht leichtfertig und ohne ein ganzheitliches Verständnis angewandt werden. Denn paradoxerweise kann die Folge von zu tiefem Atmen eine Unterversorgung mit Sauerstoff in den Zellen sein. Diese „Hyperventilation“ bewirkt durch eine überhöhte Aufnahme von Sauerstoff und eine zu starke Abgabe von Kohlendioxid beim Ausatmen, dass im Blut der Transport von Sauerstoffmolekülen zur Zelle nur noch eingeschränkt erfolgen kann. „Die Auflösung dieser speziellen Atemblockade führt zu einer sanften Befreiung von Lebensenergie, die zuvor im Prozess der Atemstimulation verschwendet wurde. Die befreite Lebensenergie steht uns dann für die Regeneration und Vitalisierung all der Lebensbereiche zur Verfügung, in die wir sie fließen lassen. Daher nenne ich die Atemmethode, die aus meiner Sicht diese Veränderung am wirksamsten herbeiführt: »Befreite Atmung«“, so der Gesundheitsberater Christian Dittrich-Opitz. Auf der Basis von fast vergessenen Quellen des Yoga und Taoismus und in Kombination mit Erkenntnissen der modernen Atemforschung schlussfolgert er, dass erst eine vertiefte, aber gleichzeitig verlangsamte Atmung letztendlich das volle Potenzial des Atmens als Gesundheits- und Energiequelle ausschöpfen kann. Am Ende kann jeder Mensch nur selbst für sich herausfinden welche Atemtechnik tatsächlich mehr Lebensenergie, Regenerationskraft und Ausgeglichenheit bewirkt: Indem er möglichst genau in seinen Körper lauscht. Und auf den eigenen Atem.

Raffaela Then

forscht mit Leib und Seele zu allem, was lebendiger macht, und beschreibt als freie Journalistin am liebsten ihre Fragen und Einsichten auf dieser Reise.

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