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Stühle um Lagerfeuerstelle
10. Juli 2017
Vision

Mit Kommunikation Wandel gestalten – die WIGWAM Sommerakademie

Viele Unternehmen und Organisationen wollen sinnvoll kommunizieren, oder darüber hinaus mit Kommunikation positive Veränderung bewirken. Wie man das macht, dazu haben unsere Büronachbarn WIGWAM eine dreitägige Sommerakademie initiiert.

WIGWAM ist eine Kommunikationsagentur, spezialisiert auf Strategien und Kampagnen mit Sinn. Begonnen hat das ganze 2009 als Social-Media-Beratung für NGOs, inzwischen ist WIGWAM selbst ein transformatives Projekt, denn seit letztem Jahr ist die Agentur als Genossenschaft eingetragen.

Wie kann man mit Kommunikation Wandel gestalten?

Wir teilen uns seit Dezember 2016 in Berlin ein Büro mit WIGWAM und beobachten die internen Veränderungsprozesse mit großem Interesse. Für unsere Neustrukturierung hin zu geteilter Verantwortung bei INJU hoffen wir, uns die eine oder andere Scheibe von WIGWAM abschneiden zu können.

Die Sommerakademie ist ein von WIGWAM entwickeltes Fortbildungsprogramm zu wesentlichen Bausteinen der Kommunikation, von der Planung, über die Umsetzung bis zu Wirkweise von Kommunikation. Über die Sommerakademie will die Agentur ihr Knowhow weitergeben, Menschen vernetzen und sie anspornen, mit Kommunikation die Gesellschaft ein bisschen besser zu machen. Eben mit Kommunikation Wandel gestalten – so lautete der Arbeitstitel. Vom 26. bis 28. Juni durfte ich drei Tage an der Sommerakademie unserer teilnehmen. In insgesamt acht Workshops wurden Themen der externen und internen Kommunikation behandelt. Denn entscheidend ist nicht nur, nach außen klar zu kommunizieren; auch innerhalb des Teams gilt es, Bereiche zu identifizieren, die mithilfe einer anderen Kommunikationskultur besser laufen könnten, und dann geeignete Methoden und Maßnahmen zu etablieren.

Stattgefunden hat die Sommerakademie im Coconat - workation Retreat einem ehemaligen Hochzeitshotel, das kürzlich umgebaut wurde, ganz nach den Wünschen der digital nomads, die nicht nur im Café oder Coworking Space arbeiten wollen, sondern auch mal draußen in der Natur. Hier konnte man den Alltag hinter sich lassen und eintauchen in die Welt der „guten Kommunikation“.

Vision, Kommunikation, Kampagne, Fundament – die Workshops

Zu Beginn der Akademie wurden spielerisch Kleingruppen gebildet, in denen man die persönlichen Ziele für die kommenden Tage definiert hat, um sich dann zwischen den Workshops und Programmpunkten in den Gruppen stetig dazu auszutauschen. Wir alle haben versucht, in den Workshops für unsere Gruppenmitglieder mitzuhören und das Wichtigste weiterzugeben.

Ich habe den von Claire Born geleiteten Workshop Dragon Dreaming belegt. Dragon Dreaming ist eine Methode, Ideen erst einmal groß zu denken und dann auf konkrete, praktische Einzelschritte runterzubrechen, die es zu erledigen gilt, um den großen Traum zu erfüllen. Man spricht hierfür in der Gruppe Ideen im Futur II durch:  „Das Projekt xy wird erfolgreich gewesen sein, wenn alle hinterher mit einem Lächeln nach Hause gegangen sein werden“, zum Beispiel. Oder konkreter, anhand unseres Beispiels: „Das Nachbarschaftsfest wird erfolgreich gewesen sein, wenn hinterher der Großteil der Bewohner Ersatzschlüssel bei ihren Nachbarn platziert haben werden.“ Danach überlegt man, mit welchen drei Schritten begonnen werden muss. Ziel des Dragon Dreaming ist eine selbstorganisierte und hierarchiefreie Projektumsetzung, bei der alle Team-Mitglieder soviel Energie und Zeit investieren, wie ihnen jeweils guttut.

Bild von Zitat von Friedendreich Hundertwasser

Als Zweites folgte der Workshop „Zielgruppe, ich würde so gerne mal mit dir sprechen“. Dafür hat Malte Hein von Wigwam mit uns Personas erstellt. Personas sind Prototypen einer bestimmten Zielgruppe, mit konkret ausgeprägten Eigenschaften und einem konkreten Nutzungsverhalten. Interessant ist, in diesem Prozess über sogenannte TouchPoints nachzudenken. Wo kann ich meine Zielgruppe am besten erreichen? Fährt meine Persona beispielsweise die meiste Zeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln? In welchem Supermarkt kauft sie ein? Daran lassen sich dann konkrete Kontaktpunkte festmachen.

Nach dem Abendessen, zubereitet aus selbst angebauten und lokalen Produkten von Jacqueline, konnte man den Tag mit Yoga oder einem Waldspaziergang ausklingen lassen – und den zweiten Tag gleich um 7 Uhr wieder mit Yoga beginnen. Am Dienstag habe ich mich für Eugen Frieses Workshop „Campaigning“ entschieden. Eugen, ebenfalls Wigwam-Mitarbeiter und -Genosse, hat Erfahrungen aus vorrangig politischer Kampagnenarbeit geteilt: WIGWAM war am Wahlkampf für Bündnis 90 / die Grünen in diversen Bundesländern beteilist. Eugen hat außerdem vom Kreuzberger Peng! Collective berichtet, welches im April 2015 im Namen von Vattenfall eine Pressekonferenz einberufen hatte und dort Vattenfalls Ausstieg aus der Braunkohle verkündete. Über twitter-accounts, die das Kollektiv im Namen von Vattenfall-Managern erstellt hatte, wurde die „fake-Pressemitteilung“ verbreitet und auch prompt von der Märkischen Allgemeinen, dem RBB und einem CDU-Bundestagsabgeordneten weitergezwitschert. Der schwedische Energiekonzern war gezwungen, auf den Medienrummel zu reagieren und sich zu positionieren. Dieses als „Vattenfake“ bekannt gewordene Beispiel zeigt, dass „fake news“ auch positiv genutzt werden können, nämlich indem etwas „Gutes“ behauptet wird und ein Konzern wie Vattenfall daraufhin erklären muss, warum er nicht aus der Braunkohle aussteigt und welche Konsequenzen dies mit sich bringt. Der Campaigning-Vortrag war sehr aufschlussreich, allerdings ist auch deutlich geworden, dass es kaum möglich ist, die Vorgehensweisen politischer Kampagnen eins zu eins auf die Unternehmens- oder Produktkommunikation eines Wirtschaftsbetriebes wie INJU zu übertragen.

Der vierte Workshop, Gewaltfreie Kommunikation, wurde von den GfK-Trainern Charlotte Meyer und Marius Windt von Windtspiel angeboten. In der Gewaltfreien Kommunikation wird davon ausgegangen, dass jede menschliche Handlung das Ziel hat, bestimmte Bedürfnisse zu stillen, wobei Bedürfnisse immer auf Gefühlen zurückgehen. Wenn wir stärker in uns hineinhorchen und unserem Gegenüber ebenfalls Einfühlungsvermögen und Empathie entgegenbringen, können viele Konflikte vermieden werden, so die Grundannahme der GfK. Anstelle von „Was macht mein Gegenüber falsch?“ fragt man „Was braucht der andere?“ Gewaltfreie Kommunikation ist eine Haltungssache, und die Sprache ist nur ein Mittel, so Charlotte und Marius.

Abends wurden beim Gallery Walk alle Workshops und Workshopergebnisse noch einmal zusammengetragen. Hierdurch und durch den Austausch in den Kleingruppen hatte ich am Ende der Sommerakademie das Gefühl, Input aus allen Workshops mitgenommen zu haben, obwohl ich nur an der Hälfte teilnehmen konnte. Die Aufteilung in Kleingruppen hat mir als Teilnehmerin einen passenden Schutzraum gegeben, um das Gelernte Revue passieren zu lassen.

Der dritte und letzte Tag der Sommerakademie war als Barcamp-Tag angelegt. Die Teilnehmer und Expertinnen konnten in diesem Rahmen zusätzliche Themen einbringen, die ihrer Meinung zu kurz gekommen waren oder noch gar nicht besprochen wurden. Ich habe mich zu den Themen freie zugängliches Wissen, Zusammenarbeit mit Agenturen und Kommunikationsstrategien ausgetauscht.

Mein Fazit – Altes mit neuem Verknüpfen und sich mit anderen PotentialentfalterInnen zusammentun

Einiges kannte ich, anderes war mir neu. Ich bin in jedem Fall mit viel Input und guten Anregungen wieder nach Hause gefahren und hoffe, Einiges in der internen und externen Kommunikation bei INJU anwenden zu können.

Auch wenn die anderen Teilnehmer und die Atmosphäre überaus angenehm waren, war mir die Unterbringung in Mehrbettzimmern teilweise zu viel. Ich hätte mich abends gerne mal zurückgezogen und während der Kommunikationsfortbildung auch mal eine Kommunikationspause eingelegt.

Ansonsten war die Sommerakademie für mich auch eine gute Möglichkeit, die Mitarbeiter von WIGWAM besser kennenzulernen. In der Bürogemeinschaft steckt so viel Wissen und Potential – wir sollten uns viel häufiger austauschen und zusammen denken. Dabei kann Großes entstehen!

Hier auch der Bericht zur Sommerakademie von der WIGWAM-Mitarbeiterin Anuschka Haak.

Lara

TEAMPLAYER

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