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Ann-Carolin Helmreich
20. Januar 2018
Weggefährten

INJU stellt vor: Ann-Carolin Helmreich – Holistic Coach und Consultant

Ann-Carolin Helmreich ist Holistic Coach und Consultant. Ihre Berufung: Menschen in ihr ureigenes Potential zu bringen und auf dem Weg dahin ganzheitlich zu unterstützen. Als Ann-Carolin während ihre Sabbaticals 2015 das schwere Erdbeben in Nepal miterlebte, gründete sie kurzentschlossen die Initiative „Hilfe für Nepal“ und sammelte Spenden für die Erdbebenopfer. Aus dem Beweggrund zu helfen, ist auch ihr faires Modelabel YAKMANDU entstanden. YAKMANDU steht für handgewebte Taschen und Schals aus dem Himalaya, die vorrangig von benachteiligten Frauen hergestellt werden. Im Dezember 2017 waren wir gemeinsam mit Ann-Carolin im Christmas-Pop-up-Shop in Berlin-Kreuzberg und werden sicherlich in Zukunft gemeinsam weitere Projekte auf die Beine stellen.

Ann-Carolin Helmreich mit Frauen und Kindern in Nepal

Ann-Carolin in Nepal

Hallo Ann-Carolin. Stell dich und doch mal kurz vor und erzähle was du machst.

Ich bin Ann-Carolin, ich bin, ich muss kurz nachdenken, 34 :). Ich bin Gründerin von Yakmandu und Coaching für dich. Yakmandu ist ein Fair-Fashion-Modelabel, mit schönen Dingen, die aus Nepal kommen und dort von benachteiligten Frauen gefertigt werden. Das ist das Hauptanliegen von uns, dass wir Frauen in Nepal eine neue Perspektive ermöglichen. Die Frauen erhalten dort ein ganz tolles Training in alten Web-, Spinn- und Färbetechniken, die wir mit einem neuen, frischen Design versehen und hier verkaufen. Unser Sitz ist hier in Berlin und in Südhessen, aber man kann uns überall über das Internet erreichen und wir verschicken auch weltweit.

Was verstehst du darunter ein holistischer Coach zu sein?

Holistisch zu coachen ist für mich immer der Einbezug, von nicht nur drögen Coaching Theorien und null acht fünfzehn Übungen, sondern in erster Linie zu sehen und anzuerkennen, dass wir alle komplett und richtig sind - so wie wir sind. Nicht hauptsächlich die Fehler oder Makel zu sehen oder irgendetwas, was nicht mit uns stimmt. Jeder von uns darf wieder zu sich zurück finden. Das ist für mich holistisch. Es hat für mich auch eine Prise, das Wort ist immer etwas schwierig, aber eine Prise Spiritualität. Es geht darum, die Welt ein bisschen größer zu sehen, als das was uns Wissenschaft und Technik anbietet und sich dadurch auch selbst in einen anderen Kontext zu stellen, gerade in Krisensituationen. Ich bin spezialisiert auf Krisen als Transformationsgeschenk. Wenn man ganz unten ist, muss man sehen, dass das ein zyklischer Prozess ist, in dem man die Kräfte wieder sammelt und sich selbst neu austariert. Dabei hilft ein holistisches Weltbild und holistisches Coaching sehr gut. Weil man damit nicht den Eindruck hat, man ist falsch oder nicht richtig, sondern sich wieder darauf besinnt, dass eigentlich alles ok ist, und es die äußeren Umstände und unsere Emotionen sind, die uns gerade in Unruhe versetzen. Krise und Chance haben das gleiche chinesische Zeichen. Das habe ich vor kurzem aufgeschnappt und das passt super zu meinem Ansatz.

Wie verhilfst du Menschen dazu in ihr Potential zu kommen?

Ich arbeite super intuitiv. Ich habe mir das früher so nicht zugetraut und gedacht, ich brauche ganz viele Tricks, Spielchen und Hokuspokus, bestimmte Methoden oder Techniken. Klar habe ich davon ein paar im Koffer, für den Fall, dass ich mir nicht ganz so sicher bin. Aber letztendlich ist es viel Intuition, viel zuhören und Raum geben. Was beim Coaching häufig passiert, ist dass die Leute reinkommen und erst mal merken, hier ist ein Raum, der ist nur für mich, den kann ich jetzt füllen. Da gibt es kein Urteil, kein richtig und falsch, sondern da ist Raum für mich und meine persönliche Entwicklung. Einfach um diesen Schleier mal beiseite zu schieben, den wir ja seit Kindheitstagen mit uns herumtragen. Der Schleier, der heißt „Ich bin nicht gut genug“. Den gibt es in tausend verschiedenen Varianten – ich bin nicht schön genug, nicht schlank, nicht sportlich genug, nicht was auch immer. Ich bin nicht genug, um geliebt zu werden. Und die meisten Problematiken lassen sich auf diesen Kern runterdampfen, den wir alle mit uns rumschleppen, mehr oder minder. Da versuche ich vorzudringen und gleichzeitig mit sehr viel Liebe, Bestätigung zu ermutigen, Dinge zu verändern, oder auch Dinge so zu lassen, wie sie gerade sind. Es ist eher ein Bauchgefühl. Ganz viele Antworten geben sich die Coachees auch schon selbst, wenn sie bei mir sitzen. Die bemerkt man manchmal selbst nicht so richtig, da greife ich dann rein, hol die nochmal raus und stell das anders dar. Mir kommt gerade das Bild vom gemeinsamen tanzen. Du kannst eine klassische Rumba tanzen und kennst die Schritte und weißt da ist die Promenade oder du gehst auf die Tanzfläche, hörst die Musik spielen und fängst an dich im Takt zu bewegen. Und letzteres ist eher mein Coaching-Stil. Ich höre erst mal zu und gucke in welchem Takt der Andere ist.

Wie siehst du die Verbindung zwischen dir und INJU. Wie können wir uns gegenseitig auf unserem Weg helfen?

Als ich INJU kennengelernt habe, habe ich recht schnell mit euch über Focus gesprochen und Focus zu Coaching-Sessions zu trinken. Das habe ich dann zunächst an mir selbst ausgetestet. Denn es fordert einem ganz schön viel ab, sowohl körperlich als auch geistig 60-90 Minuten da zu sein. Und so klar zu sein, dass du diese kleinen Regungen wahrnimmst, gerade wenn es kein klares Regelwerk gibt. Und dass du es schaffst, diese dann auch zu verwandeln in Inspiration für denjenigen. Da hat mir Focus total gut geholfen. Und dann habe ich angefangen hier und da ein Glas Focus an meine Coachees auszuschenken und das zu integrieren. Ich habe gemerkt, dass das für meine Arbeit ein tolles Tool ist, um da und präsent zu sein. Das ist erst mal die naheliegende Ebene, die Produktebene. Darüber hinaus, hat mich gleich fasziniert, was ihr in Zukunft anstrebt zu tun in Bezug auf Sozialunternehmertum. Ich coache selbst viel im Sozialunternehmerbereich, bin bei Ashoka probono Coach und dadurch viel mit Menschen verbunden, die diesen Willen haben, ihre Fähigkeiten nicht irgendeinem Konzern zur Verfügung zu stellen, sondern sagen, sie möchten einen Impact in der Welt schaffen. In genau so einem Kontext habe ich INJU kennengelernt, deswegen spannt sich das Dach noch viel größer auf, denn wenn es einfach nur ein nettes Produkt gewesen wäre, was ich ab und zu bei einem Coaching trinke, dann wäre daraus sicher keine so tiefe Verbindung entstanden. Der Gedanke dahinter, wie Peter und Luise und wie ihr alle Unternehmertum und auch eure Wirkung in der Gesellschaft seht, da bin ich sehr d’accord mit und habe dafür große Bewunderung. Das ist letztendlich das, was uns auf Dauer zusammengebracht hat.

Hast du dir für dieses Jahr 2018 etwas Bestimmtes vorgenommen?

Pläne, Ziele, Vorsätze finde ich seit ca. zwei Jahren ziemlich oll. Damals war ich in Nepal, nun fast vor drei Jahren habe ich dort das große massive Erdbeben erlebt. Ich habe erlebt, wie sich das Leben innerhalb von Sekunden drehen kann. Deswegen ist mein Grundvorsatz in erster Linie glücklich zu bleiben und im Vertrauen zu sein. Im Vertrauen, dass mir immer wieder die richtigen Menschen über den Weg laufen, dass ich Chancen rechtzeitig erkenne und in Potential verwandle. Natürlich gibt es Tage, an denen man sich stressen lässt und auch mal durchhängt, aber im Großen und Ganzen fahre ich mit dieser Strategie persönlich gut. Von meinem Bruder habe ich zum neuen Jahr diesen Klarheit-Selbstcoaching-Kalender geschenkt bekommen. Ich bin nämlich ein kleine Chaotin dann und wann und habe ich mir vorgenommen, diesen Kalender besser zu pflegen und mich damit auf mehr Focus und Klarheit zu trimmen. Das ist dann ein Vorsatz im klassischeren Sinne. Aber der große Vorsatz ist glücklich zu bleiben.

Was gibt dir Hoffnung?

Mir gibt Hoffnung, dass ich in den letzten Jahren immer mehr Menschen sehe, die sich auf den Weg machen. Wahrscheinlich weil ich selbst viel stärker sensibilisiert bin, sehe ich immer mehr Menschen, die sich auf den Weg zu sich selbst und zu einer Wirkungsweise in dieser Gesellschaft machen, die davon abkommt einfach nur ein Rädchen im großen Zahnrad-System sein. Was jetzt nicht denjenigen die Wirkung absprechen soll, die in Konzernen einen tollen Job machen. Ich persönlich bin mehr im Unternehmerumfeld unterwegs und merke, dass sich immer mehr Menschen trauen, Selbstwirkung zu zeigen und zu produzieren und nicht darauf warten, dass ihnen jemand anderes sagt, was sie zu tun haben. Und das gibt mir ganz viel Hoffnung. Weil es höchste Zeit ist, nicht nur die Umwelt oder gesellschaftliche Zerwürfnisse betreffend. Vor allem wird es höchste Zeit für uns selbst. Zu uns selbst zu kommen, bei uns selbst zu sein und herauszufinden, was unser Auftrag ist im Leben. Wie will ich wirken und mich dadurch auch glücklicher sehen?
Da merke ich, dass wir immer mehr werden und das ist gut so.

Wann bist du in deiner Kraft?

Definitiv wenn ich im Vertrauen bin. Wenn mich inspirierende Menschen umgeben. Wenn ich im Flow bin. Ich habe gerade ein sehr gutes Buch gelesen. „Stealing Fire“, da geht es um verschiedene Flow-states, die ein Mensch haben kann. Und ich rufe auch meine Coachees immer dazu auf, zu schauen - wo bist du denn wirklich im Flow? Also wann vergisst du alles um dich herum und bist nur noch in dieser einen Aufgabe der du dich mit viel Gegenwart widmest? Für den einen ist es kochen, für den nächsten ist es surfen, stricken. Da kann alles dabei sein, aber das sind diese Momente, in denen man alles ausblendet, von solchen Momenten sollte man sich am Tag minimal eine Stunde gönnen, um im Jetzt sein, nicht in der Vergangenheit oder der Zukunft. Das Leben findet nun mal im JETZT statt, auch wenn das sehr profan klingt. Aber das vergessen wir häufig. Um sich Momentum zu schaffen, brauchen wir solche Flowstates. Bei mir ist es das Kochen geworden. Ich habe meine Ernährung größtenteils umgestellt und ernähre mich fast ausschließlich pflanzenbasiert. Dadurch habe ich viele neue Rezepte entdeckt und dabei Flow entwickelt. Das tut mir gut, da bin ich ganz bei mir.

Was würdest du gerne können, was du nicht kannst?

Ich habe als Kind sehr mühsam sieben Jahre lang Klavier spielen gelernt, um dann festzustellen, dass ich Beidhänderin bin. Immer wenn ich neue Dinge ausprobiere, muss ich schauen, ist es jetzt links oder rechts besser. Das hat sich leider auch bei allen anderen Instrumenten so herausgestellt. In mir wohnt eine tiefe Sehnsucht mindestens fünf Instrumente spielen zu können, um dann in einen Raum zu kommen, in dem zufällig eins steht und darauf einfach etwas spielen zu können. Die Fähigkeit viele Instrumente spielen zu können, finde ich sehr bewundernswert und einen tollen Flowstate, deswegen wäre es das. Aber bitte gleich fünf Instrumente, nicht nur eins

Mit wem würdest du gerne im Fahrstuhl stecken bleiben?

Der lebt leider nicht mehr, aber ich würde wohl Roger Willemsen wählen. Ein Mann, dem ich stundenlang zuhören konnte und auch schon früh alle seine Lesungen besucht habe. Er ist leider vor zwei Jahren verstorben. Die Tatsache im Fahrstuhl stecken zu bleiben – das habe ich einmal erlebt und es muss eigentlich nicht noch mal sein, aber wenn dann mit Roger Willemsen, weil er so viel Kluges sagt und unterhaltsam ist, dass die Zeit sicherlich sehr schnell rumgehen würde.

Lara

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