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3. August 2017
Vision

Gemeinwohl Ökonomie – das Wirtschaften der Zukunft?

Die Diskussionen um eine alternative Ökonomie, bei der sich nicht alles um Profit dreht, werden nicht nur in Nachhaltigkeitskreisen stetig lauter. Zunehmende Aufmerksamkeit in diesem Zusammenhang bekommt die Gemeinwohl Ökonomie (GWÖ) nach Christian Felber. Felber, Vorstandsmitglied der globalisierungskritischen NGO attac, hat 2010 das Buch Gemeinwohl-Ökonomie - Das Wirtschaftsmodell der Zukunft veröffentlicht und gründete in Wien den „Verein zur Förderung der Gemeinwohl-Ökonomie – für ein kooperatives statt konkurrierendes Wirtschaften“. Felbers Ziel ist kein geringeres, als eine Alternative zur vorherrschenden kapitalistischen Wirtschaftsform zu schaffen und somit Antworten auf die ökonomischen und gesellschaftlichen Krisen der Gegenwart zu liefern: auf Finanzblasen, Armut, Klimawandel, Demokratieabbau, Werte- und Sinnverlust. Doch was genau beinhaltet der Ansatz?

Ökonomie und Gemeinwohl, geht das zusammen?

Statt monetärem Gewinn steht bei der Gemeinwohl Ökonomie das Wohl der Gemeinschaft im Vordergrund unternehmerischen Handelns. Dies geht Christian Felber zufolge nur, wenn Unternehmen kooperieren, statt ständig in Konkurrenz zueinander zu stehen, wie es in der heutigen Ökonomie der Fall ist. Die Leitwerte der GWÖ sind Menschenwürde, Vertrauen, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und demokratische Mitbestimmung. Entlang dieser Werte erstellt ein Unternehmen eine Gemeinwohlbilanz. Die Selbstbilanzierung ist für die partizipierenden Unternehmen zunächst ein interner Indikator, an welcher Stelle das Unternehmen in der Ökonomie bezüglich des Gemeinwohls steht. Sobald ein Betrieb sich nach außen als GWÖ-Unternehmen darstellt, muss ein externer unabhängiger Auditor die Selbsteinschätzung überprüfen.

Anhand der fünf oben genannten Leitwerte geben sich die Unternehmen eine bestimmte Anzahl an Gemeinwohlpunkten. Für alles, was nicht dem Gemeinwohl dient, können Gemeinwohl-Minuspunkte vergeben werden, so etwa für die Verletzung der ILO-Kernarbeitsnormen oder Investitionen in Rüstungsindustrien. Perspektivisch sollen Unternehmen mit guter Gemeinwohlbilanz – also jene, die sozial verantwortlich, ökologisch, demokratisch und solidarisch agieren – auch systemische Vorteile genießen, wie beispielsweise Steuerentlastungen oder Vorrang bei der Vergabe direkter öffentlicher Förderungen. Bisher gibt es auf politischer Ebene allerdings keine konkreten Ansätze, die GWÖ mit dem bestehenden Steuersystem der Ökonomie zu verknüpfen.

Gemeinwohl Ökonomie in der Praxis. Welche Unternehmen es bereits schaffen, Ökonomie und Gemeinwohl zusammenzubringen.

Über 1800 Organisationen und Unternehmen – darunter vor allem kleine und mittelständische –, aber auch Schulen und Universitäten, unterstützen das alternative gemeinwohlorientierte Ökonomiemodell nach Christian Felber. Unter den Mitstreitern sind der Outdoor-Ausstatter Vaude, die Sparda-Bank München oder die Tageszeitung taz. Etwa 200 der Unternehmen haben bereits ihre Ökonomie und Gemeinwohlbilanz nach dem aufwändigen Punktesystem der GWÖ erstellt. Inwiefern das besprochene Modell auch auf Großunternehmen anwendbar ist, wird derzeit von einer befreundeten Forscherin an der Europa-Universität Flensburg erarbeitet. Praxispartner des Forschungsprojekts aus der Ökonomie sind u.a. die Deutsche Post, dm-drogerie markt und die Otto Group. Konkrete Ergebnisse stehen noch aus.

Zwischenfazit: GWÖ und INJU

Wir verstehen die GWÖ als handhabbaren Satz von Vorgaben, nach denen unternehmerisches Handeln einer Gemeinschaft dienen kann. Es geht hier also um inhaltliche Gestaltung, weniger um Organisationsformen. Ob ein Betrieb sich kollektiv organisiert oder als Genossenschaft firmiert und sich deshalb auf bestimmte Formen der Entscheidung und Selbstorganisation ausrichtet, steht nicht im Fokus der GWÖ. Stattdessen ist das Konzept sowohl betriebsformen- als auch branchenübergreifend anwendbar. Fraglich ist dabei, wie vergleichbar die Punkte-Bilanzen verschiedener Unternehmen sind. Die Öko-Bilanz einer Druckerei ist schwer gleichzusetzen mit der eines IT-Unternehmens. Die Punktzahl ist deshalb vor allem intern relevant: also, um den eigenen Fortschritt in Richtung Nachhaltigkeit und Gemeinwohl zu analysieren und zu steigern.

Wir bei INJU haben mit besagtem Forscherteam der Uni Flensburg probehalber und sehr verkürzt durchgespielt, wie unsere Gemeinwohlbilanz ausfallen würde. Das Ergebnis: Unser Anspruch an unsere Arbeit sowie die bei INJU gelebte Kultur stehen sehr stark im Einklang mit den Visionen der GWÖ. Wenn man allerdings betrachtet, was davon tatsächlich im Regelwerk der Firma festgeschrieben ist, schneiden wir nicht mehr so positiv ab. Zum Beispiel absolvieren wir so gut wie alle Dienstreisen mit der Bahn und fahren mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit; das ist aber nirgends formell verankert und könnte von neuen Mitarbeitern oder Führungspersonen von heute auf morgen anders gehandhabt werden. Es stellt sich also für uns die Frage, auf welcher Ebene unternehmerischen Handelns sich eine Gemeinwohlorientierung manifestieren muss, damit sie im Sinne der GWÖ zählt. Solche Fragen werden virulenter, wenn damit irgendwann Steuervorteile oder Förderung verbunden sein sollten. Für uns ist aktuell das kleinteilige Regelwerk der GWÖ weniger ausschlaggebend als die Frage, was wir als Unternehmen bewirken möchten. Unsere Antwort für den Moment: So wie wir mit dem Getränk INJU unsere Kundinnen und Kunden mit Energie versorgen, wollen wir auch als Unternehmen unsere Mitarbeiter, Mitstreiterinnen und unser Umfeld mit (positiver) Energie beliefern und auf diese Weise einen Beitrag zum Gemeinwohl leisten.

Lara

TEAMPLAYER

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