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Feuer mit Rauch und Funken
28. September 2017
Ausgeglichen

Eine lebendige Konfliktkultur macht es möglich, Konflikte friedlich zu lösen

Konflikte sind wie die Wellen im Meer: Sie entstehen durch die Bewegung, in der sich alles ständig befindet. Wind und Wassermassen treffen aufeinander, Strudel setzen sich fort, manchmal bebt die Erde. Jeder Mensch und jede Gesellschaft hat eigene Interessen und Bedürfnisse, die sich mit der Zeit und Umweltveränderungen wandeln. Mit Konflikt ist das Aufeinandertreffen widersprüchlicher Interessen gemeint. Konfliktkultur wiederum beschreibt die Strategien, damit umzugehen. Wie kann eine Konfliktkultur aussehen, die lebensförderlich ist?

Wie eine Konfliktkultur aussehen kann, die positiven Wandel ermöglicht

Eine Gesellschaft, die frei von Widersprüchen ist, gibt es nicht. Anthropologinnen und Friedensforscher sind sich dennoch einig: Es gibt friedliche und weniger friedliche Gesellschaften und Kulturen. Entscheidend dafür, ob ein Zustand als friedlich wahrgenommen wird, ist die Form der Konfliktkultur. Wie gehen die Beteiligten damit um, wenn ein Interessenkonflikt entsteht? Welche Formen nutzen sie, um diesen zu lösen? Leider ist in vielen Gesellschaften Gewalt das Mittel, das am häufigsten und auf ganz verschiedene Weise eingesetzt wird. Gewalt beschreibt jede Form von Verhalten, Einstellung oder auch Struktur, welche die Integrität und Entwicklung eines Lebewesens (oder auch Ökosystems) unterdrückt oder verletzt. In einer Konfliktkultur, die Gewalt als Mittel einsetzt, um Interessen durchzusetzen, spielt Macht eine entscheidende Rolle: Sie wird nicht dazu genutzt, sich gemeinsam für etwas einzusetzen, sondern gegeneinander zu arbeiten und das persönliche Interesse dem Gesamtwohl voranzustellen.

Konflikte lösen - Formen und Folgen einer gewaltsamen Konfliktkultur

Da Konflikte so häufig mit Gewalt und Machtausübung gekoppelt werden, sind sie in den meisten Zusammenhängen negativ behaftet und gelten als etwas, das tunlichst zu vermeiden ist, weil darin Gefahr lauert. Brechen doch Konflikte aus, enden sie unmittelbar im Kräftemessen darum, wer mehr Macht hat. Diese negative Form der Konfliktkultur ist auf den verschiedensten Ebenen zu beobachten: In persönlichen Beziehungen genauso wie im politischen Diskurs und den Medien, aber auch in den Wirtschafts- und Entscheidungsformen eines Unternehmens.

Friede beschreibt die Möglichkeit, Konflikte gewaltfrei zu lösen

Um eine Konfliktkultur zu fördern, die gewaltfreie Lösungen und das Wohl aller im Blick hat, ist es notwendig, sich der eigenen Angst vor einem Konflikt zu stellen. Denn erst, wenn wir sie als unausweichlichen Teil des Lebens begreifen, können wir sie transformieren. Dann können Widersprüchlichkeiten und Konfrontationen sogar zu positivem Wandel beitragen: nämlich wenn sie einen Diskurs hervorrufen, in dem alle Stimmen Gehör finden, und gemeinsam nach Wegen gesucht wird, die Interessen aller zu berücksichtigen. Denn Friede ist kein statischer Zustand, sondern ein ständiger Prozess des Ausbalancierens und Kommunizierens.

Eine Konfliktkultur, die genau dies fördert, entsteht nicht von selbst: Dafür müssen Menschen lernen, mit der Dynamik ihrer Gefühle umzugehen, Bedürfnisse klar wahrzunehmen und diese auf gewaltfreie Weise mitzuteilen. Für diese Prozesse braucht es auch neutrale und sichere Räume, in denen sich Konfliktparteien begegnen können. Nützliche theoretische Modelle der Friedensbildung hingegen erweitern das Verständnis davon, wie mit einem Konflikt umgegangen werden kann und wie sich gewaltfreie Strategien fördern lassen. Eine „Farbpalette“ unterschiedlicher Verhaltens- und Denkweisen beschreibt beispielsweise das Spiral Dynamics Modell, das auch konkret als Coaching-Werkzeug in Konfliktsituationen angewandt werden kann. Vor allem ist aber ein Verständnis von Interdependenz gefragt: Alles hängt mit allem zusammen, weshalb jedes Lebewesen und jedes Ökosystem schützenswert ist. Die Gewalt, die wir anderen antun, wirkt auf das Ganze – und letztlich auch auf uns selbst als Teil des Ganzen – zurück. Friedensbildung solcher Art kann überall stattfinden: vom Kindergarten bis zur Universität, in Freizeitkursen und Kampagnen, durch die Medien und politische Programme. Und nicht zuletzt auch durch Unternehmen, die ihre Verantwortung als Teil des Ganzen wahrnehmen und eine Organisations- und Konfliktkultur pflegen, die auf gewaltfreie Weise Konflikte aufnimmt und transformiert, damit der Wind die Veränderung hinaus in die Welt weht.

Raffaela Then

forscht mit Leib und Seele zu allem, was lebendiger macht, und beschreibt als freie Journalistin am liebsten ihre Fragen und Einsichten auf dieser Reise.

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