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Mann in Hollywood Schaukel auf Terasse
7. Juni 2017
Vision

Die Zukunft der Arbeit – Work is more than a Job

Ob New Work, Jobs mit Sinn oder Holacracy – Konzepte, die sich mit der Zukunft der Arbeit befassen, schießen derzeit wie Pilze aus dem Boden. Doch worum geht es eigentlich bei diesen Buzzwords und in der Debatte rund um die Arbeit von morgen? Den Lebensunterhalt zu finanzieren reicht gut ausgebildeten Berufsanfängern heute oft nicht mehr als Ansporn, einen bestimmten Beruf zu ergreifen. In Zukunft wird es allen Anzeichen nach noch stärker als bisher um Selbstverwirklichung, Mitbestimmung und Sinnhaftigkeit bei der Arbeit gehen.

Was bringt die Zukunft der Arbeit?

Auch für uns bei INJU hat die Beschäftigung mit zukunftsfähigen Unternehmensstrukturen und Umgangsformen einen großen Stellenwert – aus dem Gefühl heraus, dass die Arbeitsformen der letzten Jahrzehnte nicht mehr in die heutige Zeit passen. Und weil wir glauben, dass sich individuelle Potentiale in offeneren und partizipativeren Strukturen besser entfalten können. Für die Zukunft haben wir uns deshalb größere Veränderungen vorgenommen, die wir in diesem Blog dokumentieren werden.

Diese systematischen Schritte sind noch Zukunftsmusik, aber Vieles, woran wir glauben, setzen wir heute schon um. Das beginnt – scheinbar banal – damit, dass wir einander mit Wertschätzung begegnen und geht weiter mit der Arbeitszeit: Jede INJU-Beschäftigte bestimmt selbst, wann sie arbeitet und achtet eigenständig auf das Erreichen der vereinbarten Stundenanzahl, die beim Einstieg in das Unternehmen von jedem selbst bestimmt wurde. Bei uns ist derzeit niemand in „Vollzeit“. Wir alle machen neben INJU noch andere Sachen, die uns erfüllen: unterrichten, Kinder erziehen, forschen, in anderen Unternehmen mitgestalten, Vorträge halten. Wir setzen auf die Vielfalt und Buntheit des Haufens. Die Persönlichkeit und der Umgang mit eigenen Erfahrungen stehen bei uns weit über formalen Qualifikationen oder Noten. Das werden wir in Zukunft beibehalten; und mit dem, was wir zusätzlich vorhaben, hoffen wir, Maßstäbe für die Zukunft der Arbeit zu setzen.

Wo bedeutet „Zukunft der Arbeit“ auch anderes Arbeiten?

In der Diskussion um die Zukunft der Arbeit ist die Frage nach dem persönlichen Sinn zentral – egal, ob man diesen individuell eher im Bildungsbereich findet oder im Biolandbau. Daneben stellt sich vor allem die Frage nach Strukturen. Teil- oder Gleitzeitmodelle, flachere Hierarchien, vernetztes Arbeiten, auch Büroarchitektur – hier wird in jungen Unternehmen genauso wie bei Großkonzernen von adidas bis Google viel ausprobiert, was die Zufriedenheit der Beschäftigten in Zukunft steigern könnte. Während sich die eine Zeitsouveränität wünscht und öfter mal von zu Hause arbeiten möchte, wird ein anderer auch in Zukunft klare Strukturen und ein Team brauchen, mit dem er sich täglich abstimmen kann. Weniger Vorgaben können zu mehr Freiheit und Zufriedenheit führen, unklare Zuständigkeiten enden im schlimmsten Fall aber im Chaos. Bei Arbeitgebern ist diese Orientierung an der Zufriedenheit häufig mit der Erwartung gekoppelt, dass sich so die Effektivität steigern lässt: Wer gern arbeitet, macht auch mehr und ist engagierter.

In idealistisch motivierten Unternehmen genauso wie in Konzernen, die sich daraus wirtschaftlichen Erfolg versprechen, wird versucht, die Verantwortung gleichmäßiger zu verteilen. Angestellte sollen in Zukunft mehr Mitbestimmung genießen, und hierarchisches Top-Down-Dirigieren scheint keine große Zukunft zu haben. Holokratie wird die Organisationsform genannt, in der alle Beschäftigten in ihrem Bereich eigenverantwortlich Entscheidungen treffen. Mehr Verantwortung zu tragen kann als erfüllend empfunden werden, da sich seltener das Gefühl einstellt, nur für „die dort oben“ zu schuften. Solche Verantwortung kann aber auch frustrieren – wenn man dafür keine Anerkennung erfährt oder sich die Verantwortung nicht im Gehalt wiederspiegelt. Manche fühlen sich von zu viel Entscheidungsspielraum auch schlicht überfordert. Im schlimmsten Fall steht „Zukunft der Arbeit“ also für Chaos und Stress.

Immer weiter an sich selbst arbeiten – ist das die Zukunft der Arbeit?

Gleichzeitig steht für viele Erwerbstätige die Abwechslung im Zentrum, den Tagesablauf genauso betreffend wie die berufliche Laufbahn. Heute ist es ein Qualitätsmerkmal, wenn man nicht 40 Stunden die Woche am selben Ort in derselben Körperhaltung dieselben Tätigkeiten ausüben muss. Und die wenigsten von uns können sich noch vorstellen, 30 bis 40 Jahre lang für einen einzigen Arbeitgeber zu arbeiten.

Die Frage nach flexiblen und agilen Strukturen steht schon länger im Raum. Der amerikanische Soziologe Richard Sennett schreibt schon 1998 in Der flexible Mensch, dass „nichts Langfristiges“ das sichtbarste Zeichen der neuen Arbeitswelt ist. Zeit- und Leiharbeit sind negative Folgen dieser Beschäftigungsverhältnisse, die schon vor 20 Jahren als Zukunft der Arbeit erkannt wurden. Ein junger US-Amerikaner mit mindestens zweijährigem Studium muss heutzutage damit rechnen, in 40 Jahren wenigstens elfmal die Stelle zu wechseln und dabei seine Kenntnisbasis wenigstens dreimal auszutauschen, so Sennett. Und auch hier gibt es unter Arbeitenden unterschiedliche Präferenzen. Sich stets weiterzuentwickeln und fortbilden zu müssen kann von dem einen als Belastung wahrgenommen werden, während seine Kollegin es als Bereicherung empfinden mag, häufig an Schulungen teilzunehmen. Heute beschäftigt diese Spannung vor allem Gestalter von Büroarchitektur: Was in einer Person Freiheitsgefühle und Kreativität anregen kann, bedeutet für eine andere einen Verlust an Sicherheit – und damit eine Bedrohung, die die Arbeitszufriedenheit mindert.

Die größte Herausforderung für die Zukunft der Arbeit ist für uns deshalb vielleicht diese: Strukturen zu schaffen, die dem einzelnen Arbeitenden genug Freiheit schenken, dass er sich verwirklichen kann und dafür Anerkennung erfährt. Und die gleichzeitig ausreichend Klarheit und Geborgenheit vermitteln, dass man sich entspannen kann und auf das konzentrieren, was zu tun ist. Packen wir es an!

Lara

TEAMPLAYER

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